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Nähen mit Kindern

Ihr kennt es sicher: Neben euch stehen neugierige Augen und zappelige kleine Füßchen, die unbedingt auch einmal auf das „Gaspedal“ treten möchten! Und das mit dem Stoff da durchziehen, das kann ja nicht so schwer sein!

Sowieso brauchen Teddy und Puppe endlich mal wieder etwas Neues zum Anziehen. So wie Vatis alter Kuschelteddy, der immer noch einen Platz im Schlafzimmer hat. Der ist jetzt stolzer Besitzer eines Jogginganzugs! „Sowas will ich auch!“, rufen die zappeligen Füßchen!

Natürlich haben wir Großen nicht nur Bammel um unsere geliebte Nähmaschine, sondern auch um die kleinen Kinderhändchen. Aber haben wir nicht alle einmal klein angefangen? Und wenn wir Großen dabei sind, können wir den Kleinen helfen. Ich glaube, das zweitgrößte Übel ist, unsere Ängste zu überwinden. Auf das größte Übel komme ich gleich noch einmal zurück.

Ein Loopschal, ein Rock oder eine Pumphose sind genauso schnell genäht wie eine Beanie und besonders für Nähanfänger eine schöne Sache! Für Kinder ist es wirklich toll, die Stoffe selbst farblich und nach Qualität zusammenzustellen, die einzelnen Schritte bis zum fertigen Werkstück kennenzulernen und das selbst Geschaffene stolz am Körper durch die Welt tragen zu können. Hier dürfen sie ganz frei entscheiden und zeigen, was sie können.

Wichtig ist, dass ihr den Kindern einen gut vorbereiteten Arbeitsplatz bietet. Nichts ist nerviger, als etwas suchen zu müssen. Außerdem solltet ihr, gerade wenn es kleinere Kinder sind, die Zappelfüße immer schön im Blick haben. Schließlich liegen Scheren, Rollschneider und Nadeln herum.

 

Teilt die Arbeit in kleine Teilschritte ein. Ganz so, wie wir Großen es auch tun. Wir legen auch nicht einfach los, denn meist wird das Ergebnis dann nur halb so schön wie es mit Ruhe und Planung hätte sein können. Kleine Teilschritte verschaffen Kindern nicht nur Erfolgserlebnisse, sie tragen auch dazu bei, dass sie sich auf einen Arbeitsschritt konzentrieren und diesen richtig ausführen. Es geht hier einmal nicht darum, schneller, weiter oder besser als andere zu sein, sondern viel mehr darum, etwas Schönes für sich selbst zu schaffen.

Es geht um Wertschätzung. Sich selbst, seiner Arbeit, dem Material und dem Geleisteten gegenüber.

Habt keine Angst um eure geliebten Nähmaschinen! Die Zappelfüße sehen sehr genau, ob ihr etwas oder jemandem mit Wertschätzung und Liebe gegenübertretet. Sie werden es euch gleichtun! Da bin ich mir sicher!

Seid mutig! Und habt Spaß am Tun! 🙂

P.S. Das größte Übel: Es sind nicht der versehentlich zerschnittene teure Stoff oder der aus Versehen zugenähte Ärmel. Es ist: Nicht einzugreifen! Ja, die Naht wird schief! Ja, es dauert alles eine kleine Ewigkeit! Aber das alles gehört zum Lernprozess. Zum Lernprozess des Kindes. Wenn du eingreifst, nimmst du dem Zappelfuß die Möglichkeit, es zu lernen. Sei dabei, gib Tipps, ermutige, hilf dem Kind, es selbst zu tun. Und Finger weg von der Nähmaschine! Du schaffst das! Ich glaube an dich! 😉

 

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