Upcycling vs. Recycling

Upcycling ist der neue Trend. So neu ist er natürlich nicht, aber das Bewusstsein, aus Altem, Ausgedientem, Verschlissenem etwas Höherwertiges, wieder Nützliches zu machen, steigt stetig.

Revolution? Trend? Neue Ära? Endlich erwachtes Bewusstsein? Next Gereration?

Im Gegensatz zum REcycling, in dem Gegenstände zunächst auseinandergenommen und dann einem erneuten Produktionskreislauf zugeführt werden, ist für das UPcycling die Aufwertung eines Gegenstandes beziehungsweise das Schaffen eines neuen Produkts bezeichnend.

Die Idee des Recycelns ist  im Grunde eine gute, doch angesichts der Ausmaße, die es mit den Jahren angenommen hat, muss man sich nun doch fragen, ob das eigentliche Ziel, Rohstoffe einzusparen und die Umwelt zu schonen, nicht verfehlt wurde. Ich denke an unzählige Plastikflaschen, die jährlich recycelt werden. Sie werden zu dehnbarem, wasserabweisendem Material in Kleidung verarbeitet. Erst einmal keine schlechte Idee, könnte man meinen. Wenn man jedoch die energiefressenden chemischen Prozesse betrachtet sowie, dass Millionen Plastikflaschen von Deutschland nach China verschifft werden, dann ist der ökologische Nutzen doch fraglich. Ein kritischer Artikel findet sich hierzu auf der Seite des swr. Längst nicht alle Artikel zu dieser Thematik befassen sich mit den Risiken dieser Methode des Recycelns. Oftmals wird Wiederverwertung hochgelobt, Risiken jedoch nicht erwähnt. Im Prozess des Zerkleiners der PET-Flaschen fallen mikroskopisch kleine Plastikteilchen an, die sich später oftmals aus der Kleidung lösen und in Flüsse und Meere gelangen. Shia von „Wasteland Rebel“ hat hierzu einen aufschlussreichen Blogeintrag verfasst. Den findet ihr, wenn euch das Thema interessiert,  hier.

In Deutschland Wasser in Plastikflaschen zu kaufen ist eigentlich eine ganz unnütze Sache, denn Leitungswasser tut es ebenso. Ihr spart euch das Schleppen der Flaschen nach oben und das des Mülls nach unten. Kommt euch doch Plastik unter, vewendet die Flaschen doch einfach als Bastelmaterial. Viele schöne Ideen, die mit etwas mehr Aufwand umgesetzt werden können, seht ihr hier.

Gute Gründe also, Upcycling dem Recycling vorzuziehen!

Aus einem ausgedienten Rock habe ich neulich eine Kosmetiktasche genäht. Und habe mir nicht nur die Kosten für den Kauf eines neuen Stoffes gespart, sondern auch eines meiner  Lieblingsteile erhalten. Aus einer ausgedienten Jeans nähte ich eine Handyhülle und eine Federmappe, die garantiert kein Zweiter hat.

Upcycling beginnt aber eigentlich auch schon damit, dass ihr auf die zerschlissenen Hosen eurer Kinder Flicken aufnäht. Ihr seid in den Aufwertungsprozess involviert, beeinflusst selbst, welche Rohstoffe verbraucht werden und zeigt der nachfolgenden Generation, dass die Dinge einen Wert besitzen. Wert, der nicht unbedingt materiell sein muss. Wer kennt nicht die Handpuppen, die wir wohl alle in unserer Kindheit aus einer alten Socke gebastelt haben? Das ist Upcycling. Und macht Spaß.

Habt ihr Ideen, wie ihr aus alter Klamotte etwas Neues machen könnt? Oder kennt ihr tolle DIY (Do it yourself) Tipps? Immer her damit!

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