Anleitungen

Eine Lunchbag nähen

Habt ihr sie schon gesehen, die Lunchbags?

Sie bestehen meist aus Wachstuch und beschichteter Baumwolle, erinnern optisch an das amerikanische Vorbild, den Brotbeutel aus Papier. Die Vorteile der Lunchbag, die ich euch heute zeigen möchte, liegen auf der Hand:

  • Sie verursacht keinen Müll,
  • sie ist abwasch- und auswischbar,
  • sie sieht schick aus und vor allem
  • hat sie individuellen Charakter.

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Ihr könnt die Lunchbag mit Druckknöpfen schließen oder mittels Klettverschluss. Ich habe mich für Letzteres entschieden, da ich bei Druckknöpfen Sorge habe, den Inhalt zu zerdrücken wenn ich den Brotbeutel schließe.

Die Lunchbag kann jede Größe haben, die ihr möchtet. Durch das abwischbare Wachstuch, das ihr für die Innenseite verwenden solltet, hat die Bag immer eine gewisse Standfestigkeit. Der Außenstoff kann ebenfalls aus Wachstuch bestehen. Dann aber solltet ihr darauf achten, nicht zu dickes Wachstuch zu benutzen. Das macht euch beim Nähen sonst vielleicht Probleme. Beschichtete Baumwolle kann ich für die Außenseiten ebenso empfehlen wie einfache Baumwolle, die ihr gegebenenfalls mit einer Bügelfolie laminieren könnt. Tipps zum Nähen mit Wachstuch könnt ihr hier auf meinen Blog ansehen: Nähen mit Wachstuch.

Eine Lunchbag, in der ihr bequem Obst transportieren könnt, hat in etwa die Außenmaße von 22 x 24 cm. Hierzu benötigt ihr Wachstuch für die Innentasche mit den Maßen 25 x 50 cm (B x H). Für Kinder-Lunchbags nehme ich meist 30 x 45 cm. Der Stoff für die Außenseite hat die gleichen Maße.

Achtet beim Zuschneiden UNBEDINGT auf das Muster! Da der Zuschnitt zusammengeklappt wird, stehen zum Beispiel beim Wachstuch mit den Flamingos (Bild Mitte) die niedlichen Tiere auf einer Seite der Lunchbag plötzlich Kopf! Daher schneidet hier lieber 2 Teile von je 26 cm (Plus 1 cm Nahtzugabe) aus und näht sie dann so  zusammen, dass es passt.

Ihr benötigt außerdem 10 bis 12 cm  Klettband. Dieses befestigt ihr genau mittig auf dem Außenstoff. Achtet darauf, dass das Klettband auf beiden Seiten mittig liegt, damit sich die Brottasche später auch zusammenrollen und gut schließen lässt. Nun wird der Klettverschluss festgenäht.

Anschließend legt ihr den Stoff rechts auf rechts aufeinander und verschließt die Seiten mit einer Stichlänge von 2 bis 3 mm. Ihr geht auf Nummer sicher, wenn ihr zunächst ein Probestück näht und austestet, welche Fadenspannung die richtige für euch ist. Das variiert von Stoff zu Stoff und von Maschine zu Maschine.

Nun legt ihr Seitennaht auf Seitennaht (rechts auf rechts), sodass im oberen Teil zwei Dreiecke entstehen. Orientiert euch am besten an den Fotos oben, dann versteht ihr sicher, was ich meine 🙂 Die Zipfel (drittes Bild) werden nun abgemessen. Je nachdem wie breit der Boden eurer Lunchbag werden soll, messt ihr mehr oder weniger ab. Ich habe hier 5 cm genommen. Bei der Lunchbag für Kinder nehme ich meist 6 cm, da diese weniger tief ist, dafür aber mehr Spielraum für tollpatschige Kinderhände lässt.

Im nächsten Schritt näht ihr an der Linie, die ihr euch eben bei 5 cm eingezeichnet habt, die Ecken ab. Denkt daran, gut zu verriegeln, damit der Boden dann auch etwas aushält und sich nichts löst. Ist das geschafft, schneidet ihr die Ecken ab und eure Lunchbag hat nun Stand. Bitte messt wirklich mit dem Lineal ab und macht es nicht per Augenmaß, sonst habt ihr nachher eine windschiefe Tasche. 😉 Das wiederholt ihr nun noch bei der Innentasche.

Jetzt dreht ihr die Außentasche richtig herum und drückt die Ecken gut heraus. Auf dem ersten Bild könnt ihr links den gewendeten Außenstoff, rechts den Innenstoff sehen. Beide Teile liegen jetzt so, wie sie später als Lunchbag zu sehen sind. Schlagt den Innenstoff einmal um (Bild 2) und steckt den ihn in den Außenstoff hinein. Die Lunchbag sollte jetzt schon fast fertig aussehen. Ihr müsst im letzten Schritt die Oberkante des Außenstoffs ebenfalls nach innen umschlagen (Bild 3) und darauf achten, dass die Seitennähte schön aufeinander liegen. Wenn ihr mögt, könnt ihr die Stoffe nun aneinander befestigen, damit nichts verrutscht.

Wenn ihr den Anschiebetisch der Nähmaschine entfernt, könnt ihr die Lunchbag ganz bequem zusammennähen. Ich wähle für diesen Schritt gern einen Zierstich. Dann sieht es besonders hübsch aus.

Es gibt mehrere Möglichkeiten, die Lunchbag zu nähen. Es wäre beispielseise auch möglich, sie mit Hilfe einer Wendeöffnung zu nähen. Das ist bei Wachstuch zwar etwas schwieriger, weil es so störrisch ist und schnell reißen kann, aber wenn man geübt ist im Nähen von Utensilos, dann ist das eine gute Alternative, denn die Technik ist die gleiche. Wer mag, kann auch vier gleichgroße Stoffteile zum Nähen benutzen und diese dann zusammennähen wie ich es beim Wachstuch mit den Flamingos getan habe. Jeder wie er kann und möchte! Ich bin mit dieser Variante ganz zufrieden und habe jetzt auch keine matschige Banane mehr in der Tasche kleben! 🙂

Viel Freude beim Nähen und schreibt mir doch mal, wie ihr mit meiner Anleitung zurecht gekommen seid. Gibt es Arbeitsschritte, die ich noch einmal anders oder genauer erklären soll? Immer her mit euren Fragen!

 

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