Nähen und Co.

Zeit zum Nähen

Zeit zum Nähen: Wie geht das?

  • „Ich weiß gar nicht, wann ich das alles machen soll!“
  • „Wie schaffst du das alles nur neben der Arbeit?“
  • „Wenn ich nur könnte, wie ich wollte!“
  • „Hast du gerade Urlaub?“
  • „Ich habe so viele Schnittmuster zuhause liegen, komme aber einfach nicht dazu, sie umzusetzen!“

Dies sind Sätze, die ich des Öfteren höre, wenn ich gerade ein neues Nähprojekt auf Instagram gepostet habe. Oder wenn auf Facebook ein neuer Blogbeitrag geteilt wird. Mir selbst erscheint es gar nicht so, dass das Nähen so viel Zeit in meinem Leben einnimmt. Aber vielleicht fällt es mir selbst auch nicht auf, weil mir das Nähen Freude bereitet und ich es daher nicht als Arbeit, sondern als entspannende Freizeitbeschäftigung sehe.

Aufgrund der häufigen Nachfragen zum Thema „Zeit“, habe ich mir Gedanken darüber macht, woran es liegen könnte, dass viele Menschen keine Zeit haben für Dinge, die sie gern tun möchten. Das Phänomen beschränkt sich ja nicht nur aufs Nähen. Von mir selbst aus betrachtet fiel mir zunächst ein: Ich habe keine kleinen Kinder mehr, die bis zum Abend meine uneingeschränkte Aufmerksamkeit fordern (und wenn die Zwerge endlich schlafen, fällt man ja selbst meist total erledigt ins Bett).

Ein riesiger Zeitfresser ist der Fernseher. Ich besitze keinen und gestalte daher meine Abende anders. Ich würde mal vermuten, dieser Fakt bringt mir täglich zwei Stunden Zeit fürs Nähen ein. Natürlich müsst ihr jetzt nicht den Fernseher abschaffen! Aber überdenkt mal, wie viel Zeit ihr in der Woche für euch hättet, wenn ihr alle technischen Geräte ausschalten würdet. Das Smartphone und der Computer zählen ja auch unter die Zeitfressmaschinen. Ich habe festgestellt, dass mich das Smartphone sogar ablenkt, wenn es nur neben mir auf dem Tisch liegt. Man erwartet unbewusst eine Nachricht über WhatsApp, sieht mal schnell nach,  was bei Facebook los ist und schon ist man raus aus dem Gedanken, den man gerade für sein Nähprojekt hatte. Also raus aus dem Blickfeld damit!

Weitere Gründe für das Hinausschieben von Nähprojekten sind der innere Schweinehund  und dass wir es immerzu als wichtiger empfinden, für andere da zu sein oder etwas für andere zu tun. Wir stopfen unsere Terminkalender randvoll, fallen komplett ausgelaugt ins Bett und sind unzufrieden, wenn wir keine Zeit für uns und unsere Bedürfnisse haben.

Den inneren Schweinehund zu überlisten, könnt ihr nur selbst schaffen, aber vielleicht denkt ihr einfach einmal an das Gefühl, dass ihr haben werdet, wenn ihr euer Nähergebnis in der Hand haltet. Ihr werdet so stolz auf euch sein, euch überwunden zu haben! Und denkt an die Komplimente, die ihr von Freunden und Kollegen bekommen werdet – klar, ihr sollt in erster Linie für euch selbst nähen – aber nette Worte sind doch eine gute Motivation.

Du und die anderen: Ja, du tust gern Dinge für andere. Ja, du musst dich um unzählig viele Dinge im Alltag kümmern. Aber wer kümmert sich um dich? DU! Denn ohne dich läuft hier nichts!

Es ist an der Zeit, dass ihr euch in euren Terminkalender ein Date mit euch selbst eintragt. Zu dieser Zeit sind die Kinder Aufgabe der besseren Hälfte, ist das Telefon aus, die Tür ist zu. Wieso soll das nicht gehen? Für andere Dinge habt ihr ja auch immer Zeit, euch voll und ganz auf sie zu konzentrieren. Habt kein schlechtes Gewissen, lasst einfach mal los! Vielleicht laufen die Dinge dann mal anders. Die Kinder gehen vielleicht etwas später ins Bett oder hören anstatt der Märchengeschichte eine ausgedachte gruselige Geschichte im Schein der Taschenlampe unter der Bettdecke. Wenn ihr keine bessere Hälfte oder sich rührig kümmernde Großeltern habt, dann bringt eurem Kind bei, dass es auch einmal nötig ist, dass ihr etwas für euch tun müsst. Das geht natürlich erst ab einem bestimmten Alter, aber es zeigt euren Kindern, dass man Raum für sich selbst braucht und sie lernen, sich auch einmal mit sich selbst zu beschäftigen. Ihr müsst als Eltern nicht immer wie ein Helikopter um eure Kinder kreisen. Ihr seid ja keine Animateure. Langeweile erzeugt Kreativität. Seht euern Kindern mal zu, wie sie aus Nichts und Zeit etwas schaffen. Es wird euch beide zum Staunen bringen!

Was ansonsten noch hilft: Nicht alles auf einmal wollen. Du kannst dir zum Beispiel an einem Tag das Schnittmuster zusammenbasteln, am nächsten den Stoff zuschneiden und erst in zwei Wochen, wenn du richtig Zeit und Ruhe hast, mit dem Nähen beginnen. Meist hat das den Vorteil, dass du in den Teilschritten konzentrierter bist. So vermeidest du auch unnötige Fehler.

Alles in allem denke ich: Wenn dir etwas wirklich wichtig ist, dann findest du Zeit dafür.

In diesem Sinne: Raus aus dem Internet und ran an die Nähmaschine!

 

 

 

 

 

 

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