Tipps & Tricks

So gelingt der Flohmarktverkauf

Vielleicht hast du schon einige Flohmärkte besucht und überlegst nun, deine eigenen Sachen zu verkaufen. Ob selbstgenäht, gebastelt oder ausgemistet; für jede Ware gibt es einen passenden Flohmarkt und einen passenden Käufer.

Wähle den für dich am besten geeigneten Flohmarkt!

Überleg dir, ob du schon soweit bist, dass du auf einem Handwerksmarkt deine selbstgenähten oder selbstgetöpferten Produkte anbieten kannst. Ist die Qualität ausreichend? Kannst du mit deinen Mitbewerbern mithalten? Wenn du deine Wohnung entrümpelt hast und einige Kleinigkeiten verkaufen möchtest: Ist der größte Flohmarkt der Stadt der am besten für dich geeignete oder vielleicht doch der kleinere im Stadtteil? Sieh dir deine Möglichkeiten im Vorfeld genau an und recherchiere. Das kannst du schnell am Sonntagnachmittag vor dem Computer erledigen, aber auch vor Ort, indem du dir selbst ein Bild machst. Letzteres würde ich vorziehen, denn du bekommst so eine Idee vom Flair des Marktes und kannst eher abschätzen, was sich vekaufen lässt.

Die große Frage: Verkauft sich meine Ware?

Zunächst muss ich dir den Zahn ziehen, dass du auf einem Flohmarkt das große Geld machen wirst. Es sei denn, du bist Marktschreier, hast das absolute Verkaufstalent, Charme, bestes Aussehen und Ware, die nicht nur jeder Mensch haben möchte, sondern die auch jeder braucht. Mal ganz ehrlich: Gehen wir auf einen Flohmarkt, weil wir etwas Lebensnotwendiges benötigen, das wir nur dort finden? Es ist doch eher so, dass  wir uns etwas Gutes tun, gemütlich bummeln, das schöne Wetter genießen und kleine Schätze finden wollen. Du verkaufst somit nicht einfach nur Ware, du verkaufst ein gutes Gefühl, du bedienst eine kleine Nische. Deine Ware wird sich bestimmt verkaufen. An jemanden, der mag, was du im Sortiment hast. Das wird nicht jeder sein. Und auch nicht jeder zweite. Aber jemand, der sich darüber freut, dass er dich auf dem Flohmarkt gefunden hat. Reichtum ist da doch Nebensache, oder?

Wie darf mein Stellplatz aussehen?

Im Allgemeinen solltest du dich, wenn du dich für einen Flohmarkt angemeldet hast, vorher informieren, wie groß deine Standfläche ist und auf welche Art und Weise du deine Waren präsentieren darfst. Manchmal ist es erlaubt, Kisten vor deinen Stand zu stellen, manchmal ist der Tisch deine einzige Stellfläche. Auf einigen Flohmärkten darfst du deine Sachen auspreisen, andere untersagen es strikt. Sieh dir hierzu die Marktordnung an. Alle wichtigen Details müsstest du darin finden. Sollte es sich um einen kleineren Flohmarkt handeln, der keine Marktordnung hat, gibt es Verantwortliche, die dir bei den wichtigsten Fragen helfen. Bitte halte dich unbedingt an ihre Anweisungen. Auch wenn dir dein Stellplatz nicht gefällt. Drei Meter weiter drüben wäre es zwar vielleicht schöner, aber wenn du durch deinen Eigensinn eine Rettungsgasse versperrst, wird es nicht nur gefährlich, sondern auch teuer.

Wie präsentiere ich meine Waren?

Wie du deine Waren präsentierst, hängt ganz davon ab, was du verkaufen möchtest. Buch und CD können in einer Kiste lagern. Aber bitte so, dass man den Titel lesen kann. So vermeidest du auch, dass der berüchtigte „Flohmarktwühler“ alles herauszieht und lieblos wieder in die Kiste zurückwirft. Kleidung verkauft sich am besten, wenn sie an einer Stange hängt, so entfällt ebenfalls das Wühlen und wieder Ordnen. Oder du wirfst sie thematisch in Kisten. Babystrampler aufzuhängen wäre dann doch zu mühsam 🙂 Möchtest du ein Potpourri an ausgemisteten Sachen verkaufen, kann es seinen Reiz haben, alles durcheinanderzustellen. So ein verworrener Stand ist schließlich typisch für Flohmärkte und es macht Spaß, darin zu stöbern. Selbstgenähte Sachen, wie ich sie verkaufe, reihe ich gern ordentlich auf und gehe hier nach dem Motto: Weniger ist mehr. Der potenzielle Kunde soll sehen, was ich im Angebot habe, aber nicht vom Angebot erschlagen werden. Andere Farbmuster kann ich immer noch unter dem Tisch hervorzaubern.

Wie bestimme ich den Preis?

Du kannst überlegen, was der Neupreis der Jeans, die du verkaufen möchtest, gewesen ist, darüber nachdenken, was du selbst dafür noch bezahlen würdest oder dich daran orientieren, was der Nachbarstand verlangt. Bei Büchern kannst du meist nicht viel verlangen, die Zeiten der schmökernden Bücherliebhaber sind leider vorbei. Auch eine CD findet meist nur noch zu einem Spottpreis Abnehmer. Bei selbst hergestellter Ware solltest du natürlich zuerst berechnen, wieviel dich das Rohmaterial gekostet hat und wie viel Arbeitszeit du hineingesteckt hast. Daraus ermittelst du den Preis, den du mindestens verlangen musst. Vielleich lässt du manchmal mit dir handeln, aber letztlich sollte dir der Wert deiner Ware bewusst sein. Es steckt viel Arbeit und Liebe zum Detail darin. Das solltest du dir auch bezahlen lassen (Ich lege mir einfach eine Preisliste hinter meinen Stand, damit ich mich selbst immer wieder daran erinnere, nicht unter Wert zu verkaufen.). Den Preis für ausgediente Computerspiele und technische Gerätschaften kannst du über Verkaufsplattformen im Internet schnell herausfinden. Hier lohnt sich das Vergleichen. Manchmal kann man solche Dinge allerdings  auch besser im Internet verkaufen.

Wie präsentiere ich mich selbst?

Schon häufiger habe ich gelesen, man solle etwas auffälligere, ausgefallene Kleidung tragen, damit man aus der Masse der Verkäufer hervorsticht. Hm. Kann man natürlich  machen. Ich bevorzuge allerdings, wettergerechte Kleidung zu tragen, anstatt aufgebrezelt wie ein Weihnachtsbaum zu frösteln. Das vielleicht wichtigste Utensil für einen erfolgreichen Verkaufstag ist für mich Freundlichkeit. Ich erinnere mich an den Stand zwei junger Frauen auf einem Flohmarkt, an dem ich viele hübsche Sachen sah. Die beiden saßen hinter ihrem Stand, einander zugewandt, und redeten vertieft miteinander. Bis sie mich am Stand bemerkten, verging schon eine gefühlte Ewigkeit. Als ich dann nach dem Preis für einen ihrer Artikel fragte, erhielt ich ein unfreundliches: „5 Euro.“. Dann wandten sie sich wieder einander zu. Ähm. Ja, dann eben nicht! Ihr müsst dem potenziellen Käufer natürlich nicht das Blaue vom Himmel lügen. Aber ein wenig Freundlichkeit und ein ein kleines Lächeln im Gesicht tun oft Wunder.

In dieser Doku über das hobbymäßige Trödeln ist genau dies das Fazit.

Zu guter Letzt.

Man sieht manchmal ganz schön viel Ramsch auf dem Flohmarkt. Es gibt Liebhaber  für alte Sachen, aber dann sollten diese Sachen, wie ich finde, intakt und sauber sein. Ich habe mich schon durch Kisten mit ungewaschener Kleidung gewühlt, die nach Keller und muffiger Aufbewahrung roch. Auch die Schallplatte, die Kratzer hatte und das alte Radio, das mal eine ausgelaufene Batterie beherbergte, waren schon unter meinen Erungenschaften. Natürlich sollte man sich als Käufer die Ware ganz genau ansehen, der Verkäufer sollte jedoch nur das anbieten, was er in eben diesem Zustand auch kaufen würde. Fehlerhafte, defekte Ware kann als Ersatzteilspender noch gute Dienste leisten. Seid aber bitte so nett und teilt dem Kunden die Mängel mit. So bleibt es langfristig beim Trödelvergnügen auf beiden Seiten.

Und jetzt: Hoch von der Couch und den Schrank, den ihr schon längst ausmisten wolltet, unter die Lupe nehmen! Vielleicht findet ihr darin das längst verloren geglaubte Schnorchel-Set oder kleine Schätzchen zum Verkaufen!

Viel Spaß beim Trödeln!

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