Nähen und Co., Tipps & Tricks

Nähen mit Korkstoff (Korkleder)

Er ist gerade in aller Munde: Korkstoff. Oft auch Korkleder genannt.

Dieses fantastische Material ähnelt in der Verarbeitung Kunstleder, ist aber etwas dicker und so richtig schön teuer. 😉 Schon kleine Stücke von 70 x 50 cm kosten 18 Euro aufwärts, sodass ich lange überlegt habe, ob ich mir etwas davon kaufe. Ich muss aber sagen, es hat sich gelohnt!

Ich habe Kosmetiktaschen genäht und das Ergebnis sieht richtig edel aus. Besonders als Geschenk kann ich mir so eine Tasche richtig gut vorstellen!

Kork ist ein Naturprodukt, das auf einen (synthetischen) Stoffträger aufgeklebt wird. Dadurch erhält er einerseits Festigkeit, andererseits aber auch die Flexibilität, die zum Nähen notwendig ist.  Ich konnte kein Abblättern erkennen und halte das Material für ziemlich robust. Korkstoff ist abwisch-, aber nicht waschbar. Es ähnelt also in vielen Facetten Kunstleder. Dass Kork ein nachwachsender Rohstoff ist, halte ich für einen entscheidenden Vorteil gegenüber anderen synthetisch hergestellten Stoffen.

Der Rollschneider gleitet durch Korkstoff wie durch Butter, auch mit der Schere lässt sich das Material sehr gut zerteilen. Beim Nähen solltet ihr darauf achten, die Stichlänge etwas größer zu wählen, damit ihr den Korkstoff nicht perforiert. Ich habe eine Jeansnadel verwendet, damit ließ es sich gut nähen. Gleich bei meinem ersten Versuch, mit Kork zu nähen, habe ich als zweites Material Kunstleder gewählt. Da galt es dann wirklich: Langsam und mit Bedacht nähen. An manchen Stellen waren die übereinander gelegten Stoffe so dick, dass die Nähmaschine etwas Mühe hatte und drüber polterte.  Geholfen hat mir, die Stoffe sanft über die Nähmaschine zu ziehen. So blieb die Nadel nicht stecken und die Nähte wurden schön gleichmäßig.

Korkleder könnt ihr mit allen anderen Stoffen kombinieren. Zur Verarbeitung kann man Parallelen zu Kunstleder wie auch zu Wachstuch ziehen. Wichtig ist somit auch, dass du den Stoff nicht mit Stecknadeln absteckst, sondern lieber Klammern verwendest, denn die Löcher sieht man sofort. Ich habe bei meinem Probestück eine Naht schief genäht und sie wieder aufgetrennt. Die einmal gestochenen Löcher sieht man so auffällig, dass ich noch einmal neu beginnen musste. Da lässt sich nichts kaschieren. Besonders auf Grund des hohen Preises sollte man sich viel Zeit zum Nähen nehmen. Ich habe mich anfangs gar nicht an das Material herangetraut. Aber: Probieren geht über studieren!

Die Besonderheit an Korkstoffen ist, dass sie immer ein wenig anders aussehen. Es handelt sich eben um ein Naturprodukt. Das kann einerseits toll sein, weil eure genähten Werke ein Unikat sind, andererseits könnt ihr, wenn ihr das nächste Mal Kork kauft, eine ganz andere Maserung erhalten. Das ist schlecht, wenn ihr darauf aus seid, etwas einheitlich zu gestalten. In diesem Fall solltet ihr gleich eine ausreichende Menge kaufen.

Mittlerweile wird Kork auch eingefärbt oder bedruckt. Die Vielfalt ist wirklich sehr groß. Ebenso groß ist die Vielfalt der Nähideen. Von der Tasche zum Seesack, hin zur Pinnwand oder dem Utensilo – bis zu Schmuck ist mit Kork so Einiges möglich! Traut euch ran an dieses wunderbare Material! 🙂

 

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