Nähen mit robusten Materialien

Es gibt jede Menge Nähanleitungen für Hobbynäher*innen. Jeder hat so sein Steckenpferd. Viele nähen individuelle Kleidung für sich oder ihre Kinder und den Anfang machen meist kleinere Nähprojekte wie Utensilos oder eine schlichte Tasche.

Doch irgendwann packt es dann jede*n Hobbynäher*in und größere Nähprojekte werden ausprobiert. Mein erstes großes Projekt war eine Yogatasche aus Kunstleder und Korkstoff. Beide für sich sind recht einfach zu verarbeitende Materialien. Vernäht man sie jedoch in mehreren Lagen und bringt möglicherweise noch Sicherheitsgurt oder anderes Gurtband ein, streikt mitunter schon einmal die Nähmaschine.

Hier ein paar Tipss, die euch das Nähen mit robusten Materialien erleichtern sollen:

Tipp 1 – Nähmaschine:

Wenn ihr nicht in die Großproduktion einsteigen möchtet, könnt ihr jede Nähmaschine nutzen. Es muss keine spezielle Nähmaschine für Leder oder Jeans sein. Ich selbst habe ganz zu Beginn mit einer Nähmaschine einer großen Möbelkette genäht. Sie hatte dann zwar ihren ganz eigenen Sound; im Klartext ratterte sie die Wohnung derart zusammen, dass kein Gespräch im gleichen Raum möglich gewesen ist – aber prinzipiell ist eine günstige Nähmaschine keine Ausrede für schwierigere Nähprojekte.

Tipp 2 – Nähnadeln:

Die Wahl der richtigen Nähnadel ist entscheidend! Kauft hier vielleicht nicht die günstigsten, das rächt sich schnell, denn ich habe das Gefühl, sie brechen schneller ab. Seid auch nicht zu faul, die Nähnadel zu wechseln. Die Nadeln für Jeans und Leder sind nicht nur etwas stärker, was man mit bloßem Auge erkennen kann. Jerseynadeln sind beispielsweise an der Spitze ein wenig abgerundet. So verletzen sie den Stoff nicht, sondern schieben das gewebte Material vielmehr auseinander. Für robuste Materialien wäre das jedoch ungünstig. Eine Nähnadel für Leder ist viel spitzer und kann dadurch einfacher durch das Material getrieben werden.

Tipp 3 – Stichlänge:

Wählt eine größere Stichlänge als ihr es für dünnes Gewebe tun würdet. Leder, Kunstleder und Kork wie auch Wachstuch werden während des Nähens sonst im schlimmsten Fall perforiert und das Material somit geschwächt. Wenn ihr unsicher seid, ob eure Naht halten wird, näht lieber zwei Nähte nebeneinander oder setzt eine zusätzliche Ziernaht.

Tipp 4 – Material:

Möchtet ihr eine Tasche oder einen Rucksack nähen, achtet darauf, welches Material ihr verwendet. Jeans ist nicht gleich Jeans – ein hoher Jerseyanteil kann auf geringere Reißfestigkeit hinweisen sowie darauf, dass sich der Stoff beim Nähen verzieht. Solltet ihr Kunstleder verwenden, nehmt idealerweise eines, das zum Polstern verwendet wird. Scheut euch nicht, am Stoff grob zu ziehen. Nichts ist ärgerlicher, als wenn man viel Arbeit und Zeit in ein Nähprojekt steckt und dann fällt es euch auseinander.

Tipp 5 – Zuschnitt:

Einen besonderen Vorteil haben robuste Materialien: der Zuschnitt geht recht flott von der Hand. Der Stoff liegt, wo er liegt und ihr müsst euch kaum Sorgen um Faltenbildung machen. Besonders gut lässt sich robustes Material mit einem Rollschneider zuschneiden und das Vorzeichnen der Schnittteile könnt ihr gut mit Schneiderkreide erledigen.

Weitere Tipps zum Nähen mit Kork findet ihr in diesem Blogbeitrag.

Und für das Nähen mit Wachstuch seht euch hier um.

Viel Spaß beim Nähen und traut euch ran, an robuste Materialien! Die Nähergebnisse sehen meist richtig edel aus!

 

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